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Eine 
Reise 
durch 
die 
Seele 

Obwohl ich schon seit vielen Jahren Bilder male, ist der Moment, vor der frischen, weissen Leinwand zu stehen, immer aufregend wie beim ersten Mal. Es ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise, von der ich noch nicht weiss, wo sie hinführt. Damit ich eine Grundlage, mit der ich arbeiten kann, erhalte, muss ich zuerst einmal Leben in Form von Farbe auf die Leinwand bringen. Von diesem Beginn sind später manchmal nur noch wenige Reste zu sehen, die man vielleicht gerade noch erahnen kann. Es folgen Farben, welche harmonisch oder in Spannung zueinander stehen. Proportionen, die Energie erzeugen und immer wechselnde Kompositionen, die in mir Assoziationen wecken. Von diesem Zeitpunkt an bin ich nicht mehr nur auf mich gestellt, sondern stehe in einem dynamischen Arbeitsprozess im Dialog mit der Welt auf der Leinwand. Ich zähme das Bild oder lade es mit Energie auf. Dieser Prozess verselbstständigt sich und bewegt sich zwischen Euphorie und Kampf. Am Ende muss alles in einer erarbeiteten, chaotischen und poetischen Perfektion zusammengeführt sein. Dann ist auch der Weg dorthin, mit seinen Brüchen und Spannungen, zu sehen, als sichtbare Zeugen dieser Reise. 

Das

Format

Auf der Suche nach einem passenden Format für meine Malerei habe ich festgestellt, dass ich ein Seitenverhältnis von 1 : 1,1 als das geeignete empfinde. Weit genug entfernt von der Statik eines Quadrates und weit weniger langgestreckt als ein klassisches Standardformat. Damit ist es weitgehend ohne Aussage und bietet mir eine neutrale Arbeitsfläche, die dem Bild in alle Richtungen seinen Raum lässt.

OHNE Titel

Ich gebe meinen Bildern bewusst keine Titel, denn es spielt keine Rolle was auf der Leinwand dargestellt wird, sondern es geht darum, wie es dargestellt ist, welche Emotionen und Assoziationen ausgelöst werden. Titel passen eher zu einer konzeptionellen Kunst und weniger zu meiner prozesshaften Malerei. Überhaupt fallen mir nur wenige Künstler ein, deren Werk sich erst durch die Titel erschliesst. Das ist häufig und sehr spannend bei Paul Klee («vergesslicher Engel») oder Martin Kippenberger («Dialog mit der Jugend») der Fall. 

Und 

worum 

geht’s 

nochmal?

Im weitesten Sinne um Natur. Wer sich einmal längere Zeit mitten in der Natur, im Wald, am Weiher oder in den Bergen aufhält und das Leben beobachtet, bei dem stellt sich schnell ein Gefühl der Schönheit und Ergriffenheit ein und Gedanken bekommen Luft. Dieses Gefühl von Empfindsamkeit und Erhabenheit ist der Ausdruck, dem ich in meiner Arbeit nachgehe. Es dient mir als die Grundlage, auf der ich ein Bild aufbaue. Es darf weder in das reine Schöne abgleiten und schon gar nicht in eine Monumentalität. Diese würde jeden Dialog in den Spannungsfeldern der Erlebbarkeit verhindern. 

 

Weshalb ruft die Natur in uns diese starken Gefühle hervor? Ich denke, die ursprüngliche und tiefe Verbindung, die wir, welche wir selber ein Teil davon sind, spüren, führt durch die stete Entfremdung zu einer Transformation von der Einheit zu einer (abstrakten) Sehnsucht. Als Künstler bin ich mit der Vermittlung von Erfahrungen beschäftigt. Diese Vermittlung kann aber nicht rational erfolgen, weil sonst wertvolle und sinnliche Widersprüche in der Verinnerlichung (der Zusammenhänge) verdeckt werden. Die reine Abbildung eines vermeintlichen Motivs dient lediglich als Corpus, als Überbringer einer komplexeren Aussage. So ist die Malerei grundsätzlich als Allegorie und nicht als blosse Metapher zu verstehen. Verkürzt gesagt, der Zweck eines Bildes ist die Reduktion auf die poetische Wirkung, die sich in dem Beziehungsdreieck Autor – Bild – Betrachter entfaltet. 

1990 Vorkurs für Malerei Kunstgewerbeschule Basel, 1991–1996 Architekturstudium TU Berlin, Werk- und Wettbewerbsarchitekt bei O.M.Ungers in Köln und Burckhardpartner in Zürich, ab 2005 eigenes Malatelier in Herrliberg /ZH

Matthias_Weiher.jpeg

 

«Matthias Weiher erzeugt durch die subtile Vielschichtigkeit in seinen abstrakten Ölgemälden gleichermassen Tiefe wie Leichtigkeit. Wundersame Farbklänge führen den Betrachter in neblige, verschleierte Landschaften. Es eröffnet sich eine mystische Stimmung, geheimnisvoll durchdrungen von einem verborgenen Licht.»

 

Sonja Frei, Galeristin Kunst7

«Matthias’ Arbeiten sind ein Beweis für seine absolute Beherrschung der Farbe. Seine Landschaften verbinden uns mit einer abstrakten Natur, die reich an Details ist und eine grosse visuelle Anziehungskraft besitzt. Sein Einsatz von Licht verleiht ihnen eine Tiefe, die es uns ermöglicht, in sie einzutauchen und sie auf eine zeitlose Weise zu geniessen.» 
 
Margarita Schindler-Salmeron, Architektur und Design

 

«Matthias Weiher hat das grosse Glück Maler zu sein. Mir selbst geht leider das malerische Talent ab und mein Talent hat «nur» zum Fotografen gereicht. Nach Vilém Flusser sucht der Fotograf «nach einem Standpunkt, von dem aus ein anderer die Welt so sehen kann, wie er sie selbst sieht». Das bedingt oftmals langes recherchieren, in einer «Gegend» herumzulaufen und hin und wieder vergeblich die Kamera wieder einzupacken, weil die Vorstellung mit der Realität als Arbeitsgrundlage nicht übereinstimmt. Da ich selbst ausschliesslich Landschaften «verarbeite» bin ich nicht bereit, in Matthias’ Bilderwelt etwas anderes als Landschaften zu sehen. Ich stelle mir vor, dass er von Ausflügen ans Meer, in die Berge und seinen Kopf Bilder in sich trägt, die er auf die Leinwände überträgt. Es geht ihm nicht darum, ein Stück realer Landschaft zu reproduzieren, sondern er entkernt die äussere Hülle der Landschaft und transformiert sie. Vom Zwang der Echtheit befreit, reflektiert er Wahrnehmung und Wirklichkeit in grossen Farbflächen, in denen man Details von Blumen, Gräsern oder Teichen ahnen kann. Mehrere Farbaufträge spielen einem Zufälligkeit vor, an die ich aber nicht glaube. Alles ist da, wo es sein sollte und wenn ich ein paar Schritte von den Bildern zurücktrete, sehe ich plötzlich die Landschaften, die ich ein weiteres Mal vergeblich mit der Kamera gesucht habe.»

 

Florian Richter, Fotograf 

«Der Künstler Matthias Weiher hat im Laufe der Jahre seinen eigenen Stil entwickelt, dem eine ganz spezielle und zutiefst beeindruckende Farbpalette angehört. Wenn ich an die Musik denke, die zu seinen Gemälden am besten passen würde, dann kommt mir sofort eine symphonische Dichtung namens «La Mer» von Claude Debussy in den Sinn.

 

Debussy war damals von «Die grosse Welle vor Kanagawa» des Japaners Hokusai, der erste und bekannteste Holzschnitt aus der Serie aus dem Jahr 1830, sehr beeindruckt und nahm diesen als Titelbild für seine Komposition. So sehe ich die Analogie, die uns, unabhängig der langen Zeitbrücke, erlaubt, die verschiedenen Länder und Kulturen mit den Bildern von Matthias Weiher heute in Einklang zu bringen.»

 

Irena Gulzarova, Konzertpianistin

«Matthias Weihers Bilder sind explosiv und zart zugleich. Für mich reihen sie sich in die Typologie der grossen Impressionisten ein, die unsere Augen und subjektive Empfindung Teil der Kompositionsbildung werden lassen. Seine Werke besitzen eine Dynamik, die den Betrachter Bewegung fühlen lassen, als würde man Wolken, die an einem vorbeiziehen, beobachten. Die Kompositionen laden dazu ein, im Sinne Leonardo da Vinci’s seine 'fantasia' zu trainieren, um immer neue Formen und Farben zu entdecken.»

 

Annika Rittmeister-Murjahn, Creative Director Caparol Icons

MA History of Art, Courtauld Institute

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